Hallo ich bin Carla!
Heute nehme ich dich mit in meinen Schulalltag! Ich wurde am 04.07.21 in Oldenburg geboren. Ich bin die ausgebildete Schulhündin der KGS Ohler. Vielleicht hast du mich schon gesehen oder sogar gestreichelt. Meine Rasse, der Lagotto Romagnolo, verliert keine Haare und ist daher besonders für Allergiker geeignet. Regelmäßig gehe ich zum Tierarzt, der mich impft und entwurmt, sodass meiner Arbeit nichts im Wege steht. Ich habe auch eine spezielle Schulhundversicherung. Zwei Mal in der Woche bin ich hier – heute bekommst du einen ganz besonderen Einblick in meinen Alltag.
Morgens auf dem Weg zur Schule
Manchmal komme ich mit meinem Frauchen, Frau Schneider, mit dem Auto in die Schule. Aber oft fahre ich auch mit meiner Kollegin, Frau Ringe, die mit mir eine kleine Fahrradtour macht. Während sie in die Pedale tritt, laufe ich brav nebenher – das hält mich fit!
Begrüßung im Lehrerzimmer
Mein erster Stopp ist das Lehrerzimmer. Hier werde ich herzlich von allen Kolleginnen begrüßt und lasse mich gerne kraulen. Ab und zu schnüffle ich auch nach leckeren Frühstückssachen. Vielleicht hat ja jemand etwas mitgebracht, das ich noch nicht kenne?
In der Klasse – mein fester Platz
In der Klasse angekommen, gibt es eine besondere Aufgabe für die Kinder: der „Carla-Dienst“. Die Kinder, die in dieser Woche dran sind, legen meine Matte aus und stellen mir frisches Wasser hin. Meine Matte ist ganz wichtig – das ist mein fester Platz, an dem ich mich ausruhen kann, wenn ich mal nicht aktiv sein darf. Hier muss ich bleiben, wenn der Unterricht läuft und ich niemanden stören soll. Auch wenn wir auf dem Schulhof arbeiten habe ich einen festen Platz.
Begrüßung der Kinder
Natürlich begrüße ich auch die Kinder, sobald sie ins Klassenzimmer kommen. Ich kontrolliere immer, ob alle ihre Taschen richtig zugemacht haben und schaue, ob keine Butterbrotdose in meiner Nähe liegt. Ich liebe es, wenn alle ordentlich sind!
Beim Unterricht dabei
Während des Unterrichts bin ich oft einfach da und schaue zu, was die Kinder gerade lernen. Manchmal darf ich durch die Reihen gehen und werde gestreichelt – das mag ich sehr! Wenn die Kinder besonders spannende Sachen machen, wie das „Ohrenkino“, dann liege ich mittendrin und höre aufmerksam zu.
Mitmachen beim Unterricht
Aber ich bin nicht nur Zuschauer. Gemeinsam mit Frau Schneider arbeite ich mit den Kindern. Wir lernen den richtigen Umgang mit Hunden, und die Kinder geben mir Leckerchen, wenn sie mir einen Befehl geben. Manchmal bauen wir auch einen kleinen Hundeparcours – das macht richtig Spaß! Doch ich kann noch viel mehr: In den ersten Klassen apportiere ich zum Beispiel Buchstabensäckchen, und ich drehe in allen Klassen sehr gerne das Glücksrad.
Mein Besuch in den ersten Klassen
In der ersten Klasse gehe ich auch regelmäßig vorbei, um mich vorzustellen. Denn ich kenne mich gut mit Kindern aus, und Frau Schneider und ich sind ein eingespieltes Team. Die Kinder freuen sich immer, mich zu sehen! Und ich freue mich, wenn ich ihnen etwas Neues beibringen kann.
Mein Ruhetag
Schulhund zu sein, ist zwar eine spannende Aufgabe, aber auch ganz schön anstrengend. Deshalb arbeite ich nicht jeden Tag, sondern habe auch mal ein paar freie Tage, an denen ich mich erholen kann.
Ich hoffe, dir gefällt mein Einblick in meinen Schulalltag! Vielleicht sehen wir uns ja bald mal wieder – ich freue mich immer, neue Freunde zu treffen!“
Deine Carla!

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Wie Hündin Carla im Unterricht hilft - An der Schule hat die Unterrichtsassistenz vier Pfoten und gelocktes Fell: Das Tier macht mit den Kindern Mathe-Aufgaben und bietet emotionalen Beistand im turbulenten Schulalltag. Für ängstliche Schüler war der Hund anfangs jedoch eine Herausforderung.
MÖNCHENGLADBACH
Wenn Schulhündin Carla morgens in den Klassenraum kommt, steuert sie zuerst auf die Tornister der Kinder zu. Sie schnuppert daran und taucht mit der Schnauze in die Rucksäcke ein – auf der Suche nach offen stehenden Brotdosen. Sandra Schneider bleibt gelassen. Sie ist zuversichtlich, dass Carla nicht fündig wird. Doch dann verschwindet Carlas Kopf im Korb der Lehrerin und taucht mit einer Brötchentüte wieder auf. „Sie ist sehr verfressen, und dadurch leicht zu erziehen“, sagt Sandra Schneider und bringt ihr Mittagessen in Sicherheit.
Sandra Schneider ist Lehrerin an der Städtischen Katholischen Grundschule in Ohler, und die vierjährige Lagotto-Romagnolo-Hündin Carla ist ihre Unterrichtsassistenz. Carla wurde ein halbes Jahr lang zur Schulhündin ausgebildet, bis sie mit in den Klassenraum durfte. Ihr Frauchen hat Übungen und Prüfungen mit ihr absolviert, damit sie lernt, mit der Lautstärke und den vielen Kindern umzugehen. „Das war eine sehr intensive Zeit“, sagt Sandra Schneider. Doch die hat sich gelohnt, denn nun können die beiden im Doppelpack unterrichten, und das birgt vor allem für die Grundschüler viele Vorteile.
Wenn Carla den Unterricht besucht, wissen die Kinder, dass sie sich an bestimmte Regeln halten müssen.„Wir müssen aufpassen, dass nichts runterfällt“, weiß Lenn. Die Schüler können Lebensmittel aufzählen, die Carla nicht verträgt: Trauben, Schokolade und Nüsse können für Hunde gefährlich sein. Im Klassenraum hängt eine „Streichellandkarte“, darauf sehen die Schüler, wo sie Carlas Körper berühren dürfen, und wo nicht. Allgemein gilt: Nur jeweils ein Kind darf Carla streicheln.
Außerdem muss es im Klassenraum ruhig sein, denn „Carla kann sechzehnmal besser hören als wir“, sagt Emilia. Die Schüler klatschen deshalb auch nicht, als Applaus wedeln die Kinder stattdessen geräuschlos mit den Händen. Welchen positiven Nebeneffekt das hat, wird an diesem Morgen sofort deutlich: Im Klassenraum herrscht Ruhe und die Schüler sind konzentriert.
Den Schultag beginnen die „Füchse“, so nennen sich die Kinder der 3b, mit Gehirnjogging – und Carla hilft. Die Kinder geben der Hündin nacheinander das Kommando „Carla, bring“ und Carla apportiert Schaumstoffbälle, in denen Sandra Schneider Zettel mit Matheaufgaben versteckt hat. Carla muss dann Geduld beweisen, bis die Kinder die Aufgaben gemeinsam gelöst haben und Carla mit einem Leckerli belohnen.
Für die Schülerinnen und Schüler ist es oft nicht leicht, ein visuelles und verbales Kommando zu geben. Die Worte müssen laut und deutlich ausgesprochen werden, die Handbewegungen erfordern Koordination. Dazu kommt, dass die Schüler vor der gesamten Klasse stehen und 26 Augenpaare auf sie gerichtet sind. Für schüchterne Kinder kann das eine Herausforderung sein.
Doch die regelmäßige Übung zahlt sich aus. Als die Achtjährige Emilia Carla in der ersten Klasse kennenlernte, machte die Hündin ihr anfangs Angst. Sandra Schneider hat sie dann in der „Carla AG“ langsam aneinander gewöhnt. Emilia und Carla sind gemeinsam spazieren gegangen und haben Tricks eingeübt. Nun, zwei Jahre später hat Emilia keine Angst mehr. Sie gibt Carla Kommandos, streichelt sie und gibt ihr Leckerlis. Wenn der Hund ihr nahekommt, macht ihr das inzwischen gar nichts mehr aus, im Gegenteil.
Carla ist Unterrichtshilfe, für viele Kinder aber auch eine seelische Unterstützung im Schulalltag. „Wenn ich Streit mit einem Freund habe, gehe ich zu Carla und streichel sie“, sagt Ben. Sandra Schneider weiß um die beruhigende Wirkung, die ihre Hündin auf die Kinder haben kann. „Ein Hund ist ein Brückenbauer“, sagt sie, „Kinder erzählen Carla ganz viel“. Aktuell gebe es in der ersten Klasse ein Kind, das in der Schule nicht sprechen möchte. Sandra Schneider hat Carla deshalb schon einmal zu dem Kind gebracht, in der Hoffnung, dass es mit der Hündin spricht – wenn auch bisher ohne Erfolg.
Laut Tierschutzgesetz darf Carla höchstens an zwei bis drei Tagen in der Woche arbeiten. Denn nach einem langen Tag im Klassenraum ist auch Carla erschöpft. Sandra Schneider achtet darauf, dass Carla regelmäßige Pausen bekommt, sie die Aufgaben nicht überfordern und sie auf ihrem Schlafplatz wirklich ihre Ruhe hat.
An diesem Tag steht noch ein aufregendes Ereignis bevor. Die Kinder ziehen ihre diesjährigen Weihnachtswichtel. Auch Carlas Name landet wieder im Lostopf. Sie freut sich über Leckerlis und Kauspielzeug. Und kann nicht versprechen, dass sie das Geschenkpapier nicht gleich mitfuttert.
© KGS Ohler 2023